Hierarchie in Unternehmen

Flache Hierarchien und Selbstorganisation, das geht uns leicht über die Lippen. Irgendwie sind wir uns einig, dass das besser ist. Was daran konkret besser ist, wird nicht immer klar.

Hierarchien existieren in Unternehmen, um Risiken aus Entscheidungen zu übernehmen. Sie ermöglichen Eskalation und trennen die operativen von den strategischen Aufgaben. Zu oft ist Hierarchie Ausdruck von Machtverhältnissen. Um es klar zu sagen: Ein so geführtes Unternehmen wird nicht gut geführt.

Die Trennung der operativen von der strategischen Ebene braucht es in jedem Unternehmen. Eine Vermischung würde einzelne Personen und ihnen klaren Fokus zu verwehren. Das ist nicht gut für die Menschen, und nicht gut für ihre Aufgabe im Unternehmen.

Was ist nun eine flache Hierarchie?

In steilen Hierarchien ist der vertikale Abstand zwischen den Ebenen stark ausgeprägt. Diese deutliche Trennung macht Kommunikation zwischen den Ebenen teuer. Informationen fließen langsamer, werden stark gefiltert. Kommunikation ist Senden nach unten, und Empfangen von oben.

Eine flache Hierarchie hingegen erleichtert Kommunikation. Die an der Kommunikation Teilnehmenden sind einander näher. Das erlaubt direktes Feedback in alle Richtungen.

Was ist besser?

Es gibt viele gute Gründe, auf ausgeprägte Hierarchien zu setzen. Wenn schnelle Veränderung nicht erwünscht ist, wenn Bewegung innerhalb der Organisation risikobehaftet ist, fährt man recht gut damit.

Geht es aber um Neues, oder ist das Unternehmen gezwungen, sich immer wieder mit stark veränderten Märkten auseinanderzusetzen, wird teure, langsam fließende Kommunikation zum Sargnagel.

Selbst-Organisation wird oft als Hierarchielosigkeit interpretiert. Doch die Trennung der operativen und strategischen Ebenen bleibt eine zu lösende Aufgabe für jede Organisation, und spätestens an dieser Stelle entsteht immer Hierarchie. Dennoch, der Wegfall von sofort sichtbarer Hierarchie führt zunächst zu engerem Zusammenhalt und größerer Autonomie.

Steile und flache Hierarchien sowie Selbstorganisierte Systeme im visuellen Vergleich.
Als ich das zum ersten Mal aufmalte, nannte ich die Diagramme „Zombie“, „Sprinter“ und „Gewusel“ 😃

Koordinationskosten

Kontrolle und Autonomie bilden eine Achse, auf der steile Hierarchien links, und Selbstorganisation rechts stehen. Die Kosten für Koordination bilden eine weitere, entgegengesetzte Achse: Je autonomer die Teilsysteme, desto teurer die Koordination.

Keine Frage des Geschmacks

Wie man eine Organisation aufbaut, welche Bereiche aus welchem Grund anders funktionieren, und wie das gesamte Unternehmen dennoch führbar bleibt, ist keine Frage des Geschmacks oder Modeeinflüssen unterlegen. Ihre Kundschaft entscheidet das in großen Teilen mit. Im Kern der Organisation stehen die Fragen nach dem Wofür, Warum und Wie Kunden Ihnen Geld geben.


Ihr Sascha A. Carlin

Als Agile Coach verhelfe ich Führungskräften in der Softwareentwicklung zu sichtbar mehr Anteil am Unternehmenserfolg.

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