Software sollte nützlich sein

Das Signal-Rausch-Verhältnis, auch Rauschabstand, von englisch signal-to-noise ratio, ist ein Maß für die technische Qualität eines Nutzsignals (z. B. Sprache oder Video), das von einem Rauschsignal überlagert ist.

Im übertragenen Sinne sprechen wir auch von Informationsflut. Große Mengen („Flut“) an alten Daten, an neu hinzugefügten Daten, Widersprüche in vorhandenen Daten und ein niedriges Signal-Rausch-Verhältnis, also ein hohes Rauschen (im übertragenen Sinne), machen es schwierig, Informationen zu filtern (= Wichtiges von Unwichtigem und Interessantes von Uninteressantem zu trennen).

Wenn das Rauschen überwiegt, das kennen Sie von Video-Calls und Telefonaten mit schlechter Leitung, muss frau und man umso konzentrierter hinhören. Rückfragen und Wiederholungen verringern die Informationsweitergabe. Das strengt an und ist fehlerbehaftet.

»Rauschen, irrelevantes oder störendes Geräusch bzw. Schallereignis, das im Vergleich zu Lärm in seinem Verlauf relativ kontinuierlich in bezug auf Frequenz und Intensität ist, aber zu einer Maskierung der Signale und Fehlern bei der Signalübertragung führen kann.« – Lexikon der Psychologie von Spektrum.

Das liegt daran, dass es für das Gehirn Schwerstarbeit ist, das Signal aus dem Rauschen zu filtern. Es muss zwei Aufgaben gleichzeitig bewältigen: Erkennen und Ignorieren des Rauschens, Erkennen und Verarbeiten des Signals. Das kostet Kraft, Nerven, und ist ineffizient.

Jetzt schauen Sie sich die Software-Tools an, die Sie und Ihre Teams im Einsatz haben. Die Tools, mit denen täglich gearbeitet wird. JIRA oder Asana zum Beispiel. Achten Sie darauf, wie viel Raum auf dem Bildschirm, wie viel »screen estate«, die relevante Information einnimmt.

Es ist schreckend wenig. In diesem Beispiel hier haben wir 1,9 % Signal gegen 98,1 % Rauschen. Das kostet Kraft, Nerven, und ist ineffizient.

Digital Workplace ist mehr als Software-Shopping

Interessieren Sie sich als Führungskraft für das Handwerkszeug Ihrer Teams? Achten Sie darauf, ob die Software nützlich ist, und ob sie nutzbringend eingesetzt wird? Für Sie als Führungskraft ist die Frage der eingesetzten Software essentiell. In unserer Arbeitswelt ist Software nicht nur das Arbeitsergebnis, sondern auch das wichtigste Arbeitsmittel. Quasi jede arbeitsrelevante Aufgabe wird mit Software erledigt. Einige von Ihnen verdienen damit sogar Ihr Geld. Wir produzieren nicht nur Software, und nehmen damit Einfluss auf den Arbeitsalltag anderer, wir sind dem gleichen Einfluss ausgesetzt.

Screenshot der Projektmanagement-Software Asana mit einem beispielhaften Kanban-Board.
Die eigentliche Information nimmt hier minimalen Raum ein.

Als Führungskräfte sind wir für die Arbeits-Infrastruktur verantwortlich. Wir können uns der inhaltlichen Diskussion um Slack vs. MS Teams, GitLab vs GitHub oder Asana vs Trello nicht entziehen. Im Gegenteil, wir sollten sie moderieren. Nach Nutzen fragen, nach Nützlichkeit, nach dem Rauschabstand.


Ihr Sascha A. Carlin

Als Agile Coach verhelfe ich Führungskräften in der Softwareentwicklung zu sichtbar mehr Anteil am Unternehmenserfolg.

Kontaktaufnahme jederzeit via E-Mail oder Telefon +49 30 40782375.