Akzeptanz neuer digitaler Werkzeuge

Volker Weber über E-Mail und Workspaces: vowe dot net :: So right, and so wrong

Kann man E-Mail und Groupwaretools überhaupt noch einsetzen oder sind sie Dinosaurier, die langsam verschwinden (sollten)?

E-Mail is broken for various reasons. Too much e-mail, too much junk. And it still works to move around information, that can otherwise not be moved around easily. Das Problem ist, das Relevante in der Menge zu finden, und das wird immer schwerer, was sich nicht nur an der Vielzahl von Hilfsmitteln zeigt, die E-Mail-Anbieter wie web.de ihren (zahlenden) Kunden bieten: Whitelists und OptIn-Lists, Blacklists und Spamfilter.

Ohne diese Hilfsmittel geht heute bei E-Mail gar nichts mehr. Zunächst der Mailserver (auch MTA genannt), der per Blacklist prüft, ob dem sendenen MTA überhaupt zu trauen ist. Hat eine Mail diese Hürde überstanden, wird sie durch den Spamfilter gejagt, der sie auf Herz und Nieren testet und anhand verschiedenster Kriterien Punkte vergibt. Je mehr Punkte, desto schlechter, und wird ein vorher bestimmter Punktestand überschritten, wird die Mail als Spam verworfen. Ist die Mail immer noch am Leben, landet sie erstmal im virtuellen Mülleimer innerhalb des Mail-Clients, es sei denn, der Absender steht in meinem Adressbuch. Ist er dort vermerkt, wandert die Mail in den Posteingang und wird von da aus per Filter an die eigentlich wichtigen Ordner weitergeleitet. Alle paar Tage schaue ich mir den Mülleimer an, trage gegebenenfalls Adressen in meinem Adressbuch nach und lösche den Rest, von dem ich jetzt sicher sein kann, das er mich nicht interessiert oder mir sogar schaden könnte (falls NAV doch mal versagt).

Workspaces are also broken for various reasons. Too much fragmentation, too many workspaces, to much setup for various groups of people. Unclear processes. DAS Problem jeder größeren Organisation. Vor allem, wenn sie zu spät darauf aufmerksam (gemacht) wird. Über Jahre gehegte und gepflegte Inseln sind genauso schlecht wie gar keine Informationsorganisation.

Auf der einen Seite will heute jeder über alles informiert sein. Auf der anderen Seite sollen diese Informationen bitte nur dann kommen, wenn man selbst aufnahmebereit ist. Und natürlich möchte man einen möglichst umfassenden Überblick. Und dann merkt man erst zwei Tage vor der Deadline des Projekts, dass erst 50% der Arbeit erledigt ist.

Das zugrundeliegende Probleme ist das der Hol- oder Bring-Schuld: Muss ich mir alle Informationen selbst beschaffen oder muss sich die Organisation darüm kümmern, das jeder seine Informationen erhält? Wieviele Workplaces werden eingerichtet, um wievielen Benutzerprofilen zu entsprechen und entgegenzukommen?

Genauso wichtig ist m. E. aber auch die Frage, wie gut das Klima in der Organisation ist: kann man einfach zum Nachbartisch/-büro gehen und fragen oder wird man mit vier, fünf Mausklicks abgespeist: "Erst auf X, dann über Y und das Auswahlfeld Z nach A und B, ist doch ganz einfach". Wenn es das wäre, hätte man nicht gefragt...

Frustration macht eine Menge aus, wenn es um die Erfolgsmessung geht, so oder so. Apropos Frustration: "Akzeptanz" ist nicht deshalb ein wichtiges Kriterium bei der Erfolgskontrolle neu eingeführter Techniken (technischer und nicht-technischr Art), weil alle Beteiligten alles toll finden, sondern weil man im Zweifel 20% aller Beteiligten vor den Kopf gestossen hat, weiteren 20% nicht gut genug zugehört hat (wenn überhaupt) und die restlichen 60% schlichtweg überfordert.


Ihr Sascha A. Carlin

Als Agile Coach verhelfe ich Führungskräften in der Softwareentwicklung zu sichtbar mehr Anteil am Unternehmenserfolg.

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